Mittwoch, 5. Februar 2014

Tage des gottgeweihten Lebens an der Wolga


Die Schwestern von Mutter Theresa waren die letzten, die um Mitternacht eintrafen. Vor Jahren hatten sie sich davon überzeugt, dass es der Ruf des Herrn ist, der sie zur Entscheidung bewog, im Nordkaukasus ein Haus zu eröffnen. Ich habe sie dort schon öfters besucht. Was wir mit frommen Worten ein "segensreiches Wirken" der Schwestern nennen, ist im Klartext nicht weniger als Rettung von Menschenleben. Schwester Paula Bober aus Weißrussland, die den thematischen Teil der Tage übernimmt, begrüßte die Schwestern mit den Worten, dass sie noch nie vor einem so bunten Auditorium gesprochen habe, sprich: vor Schwestern so vieler verschiedener Ordensgemeinschaften. Sie hat Psychologie studiert. Das Besondere daran: Sie studierte in Rostow-am-Don, nicht irgendwo im Ausland. Heute ist sie eine gefragte Frau vom Fach, hält Vorlesungen, gibt Exerzitien, begleitet Einzelne. Gleich nach ihrer Ankunft gestern in Saratow, sprach sie vor einer Gruppe "Anonymer Alkoholiker", die ihre Vorlesungen auf CD kennt und um das Treffen bat. Heute und morgen "gehört" sie den Schwestern des Bistums Sankt Clemens.