Donnerstag, 13. März 2014

Kostbarste Perlen

Beim internationalen Jugendtreffen, vergangenen August in Ozernoje, Kasachstan, drückte mir eine Jugendliche im Getümmel einen Rosenkranz in die Hand und bat, dass ich für einen ihrer Angehörigen oder Freunde bete. Er sei an Krebs erkrankt. Es ging alles schnell. Ich kann mich an kein Gesicht, keinen Namen, keinen Herkunftsort erinnern. Ich steckte den Rosenkranz ein. Und ein paar Wochen bleib er dort in der Tasche. Aber statt im Gedächtnis zu verblassen, klopfte der Erinnerung immer wieder an. Die Erinnerung? 
Seit Monaten liegt dieser Rosenkranz unter meinem Kopfkissen und begleitet mich beim letzten Gebet am Abend - für die Kranken. Es würde wie aus dem Schubfach unglaubhafter emotionaler Wundergeschichten klingen, wenn ich sage: Er betet sich leicht. Darum mit anderen Worten: Die Erinnerung daran, dass mir eine Jugendliche einen ihr sicher nicht wertlosen Rosenkranz schenkte, im Vertrauen darauf, dass ich bete, hilft mir mehr, als sich ein kühler Kopf vorstellen kann.