Donnerstag, 6. März 2014

Saratow - Moskau - Saratow

Apostolische Nuntiatur in Moskau
Gerade komme ich von einer meiner kürzesten Dienstreisen zurück. Da es seit ein paar Monaten deutlich mehr Flüge von Saratow nach Moskau gibt, konnte ich den Tag gut planen. Am Morgen kam ich von Marx, wo ich gestern - zum Beginn der Fastenzeit - einen Einkehrtag begleitet hatte. Von acht bis neun erledigte ich das Nötigste im Büro. 11.00 Uhr startete meine Maschine in den blauen Winterhimmel über Saratow. In Moskau gibt es günstige S-Bahn-Verbindungen von den Flughäfen in die Stadt. Am Bahnhof erwartete mich Schwester Rita, einer der treuen Moskauer Helferinnen in jeglicher Not. Sie brachte mir, was ich bestellt hatte, bevor sie weiter zu einer sterbenden polnisch-stämmigen Oma fuhr und ich mich zur U-Bahn ("Metro") wandte. Am Ende des Weges tauschte ich drei Straßenbahnstationen von der U-Bahn bis zur Nuntiatur - im Geiste von Papst Franziskus - in Fußweg um. (Spaß beiseite. Ich laufe das Stück immer.) Und da kam ich gerade gegen Ende des sehr späten Mittagessens an. Ungewollt, aber günstig. (-:   Es folgten die eigentlichen Erledigungen meiner Dienstreise. Vier Themen waren zu besprechen. Obwohl ich beim Verabschieden deutlich erklärte, dass ich zur U-Bahn laufe, gab mir unser Nuntius, Erzbischof Jurkovic, der vorher in der Ukraine Nuntius war, seinen Fahrer, der mich mit dem 7 Jahren alten A6 dort hin brachte. Die Vatikan-Standarte (Diplomatenfähnchen) drehte er vorher ab. Am Flughafen buchte man mir freundlicherweise auf einen früheren Flug um. Sonst wäre ich erst gegen Mitternacht nach Hause gekommen. So aber kam ich in den nostalgischen Genuss einer Jak-42D, in der ich auch noch in der vorletzten Reihe, also von drei dröhnenden Turbinen umgeben saß. Was man ihr lassen muss, der Jak: So gepolsterte, bequeme Sitze findet man heute in keiner modernen Maschine mehr.