Donnerstag, 17. April 2014

Ab heute drei Tage in der Kathedrale

Obwohl die Ostertermine laut julianischem (orthodox) und gregorianischem (katholisch, evangelisch) Kalender in diesem Jahr zusammenfallen, ist im öffentlichen Leben Saratows noch wenig von Ostern zu spüren. Morgen und übermorgen wird noch gelernt und gearbeitet, und Montag auch wieder. Interessant, wie andere Festtage vor- und nachgefeiert werden, Ostern nicht. 
Zur Messe vom letzten Abendmahl waren an die 50 Gläubige gekommen. Das ist der gewöhnliche, seichte Anfang von Ostern. Die Stadt ist groß. Und die Leute schaffen es beim besten Willen nicht, nach der Arbeit noch bis zur Kirche zu kommen. Oder wir müssten so spät anfangen, dass danach keiner mehr nach Hause kommt, weil es schon ab 21.00 Uhr schwierig mit dem Stadtverkehr ist. Morgen wird es ähnlich sein. Nur in der Osternacht kommt uns der gemeinsame Termin zugute: Da werden die Stadtbusse und Straßenbahnen ausnahmsweise die ganze Nacht über fahren. 
Pater Michal, der Pfarrer, freute sich heute, als er mir kurz vor dem Gottesdienst sagen konnte, dass genügend Männer für die Fußwaschung gekommen seien. Weil wir Kathedrale sind, ist es gut, wenn wir die Liturgie jeweils in ihrer vollen Form feiern können. Eine kleine Panne hätte es da fast gegeben: Als ich den Wasserkrug in die Hand nahm, spürte ich, dass er sehr heiß war. Ich weiß nicht, wer Schuld war. Um keinem den Fuß zu verbrühen oder zumindest einen Schrecken einzujagen, schickte ich schnell nach frischem Wasser in die Sakristei.