Sonntag, 13. April 2014

Beginn der Heiligen Woche in Krasnodar

Palmsonntag in Krasnodar - das bedeutet heute konkret: Frühlingsregen, ein mit Autos vollgestellter Platz vor der Kirche, 150 Gläubige im Gottesdienst, (was für unsere Verhältnisse sehr viel bedeutet), letzte Vorbereitungen auf die Taufe in der Osternacht am kommenden Samstag, für 5 Erwachsene und ein Kleinkind. Letzteres ist ein Junge, der Gabriel heisst. Er war der einzige, den ich - der wieder einmal ohne Fotoapparat gereist war - noch vor die Linse meines kleinen Handys bekam. Gabriels Mutter stammt aus Krasnodar. Sein Vater ist einer der seit vielen Jahren hier lebenden Studenten aus Afrika. 
Bei der Segnung der Zweige am Beginn der heutigen Liturgie, flüsterte mir der Pfarrer noch schnell ins Ohr: "Viel Wasser!" Besonders die armenischen Christen achten sehr darauf... Pfarrer und Vikar lasen mit einem Ministranten die lange Matthäuspassion. Mir überließen sie die Predigt. 
Nun geht es zu den Schwestern zum Mittagessen, bevor einer der beiden Priester mit ihnen nach Beloretschensk fährt, wo am Nachmittag eine ebenfalls große Gemeinde auf sie wartet, erst zur Katechese, dann - halb sechs - zur Sonntagsmesse.
Ich bleibe hier in Krasnodar, um mit den schon heute eintreffenden Priester aus dem Südteil des Bistums sprechen zu können. Etwa die Hälfte unserer Seelsorger wohnt hier im Süden. Morgen wird es wieder einmal zu sehen sein, dass Krasnodar wirklich das Zentrum des Südens unseres Bistums ist, wenn wir uns - als Zeichen der Einheit - um den hiesigen Altar versammeln und die Priester ihre Weiheversprechen erneuern. (Für Bischöfe gibt es soetwas nicht in der Liturgie, soviel ich weiß. Nur still, persönlich...)
Nachtrag am Abend: Die freie Zeit am Nachmittag habe ich genutzt, um erste Gedanken für einen Text in der Tagespost aufs Papier zu bringen. Unverhoffter Weise darf ich für die Osternummer schreiben. Als erster der Gäste für morgen traf Pater Alexeij aus Nowotscherkassk ein. Sechs Stunden saß er am Lenkrad. Nun füllt sich langsam das Haus. Bis 23.00 Uhr wollen alle da sein, die um ein Nachtquartier baten. Vier bzw. fünf Doppelstockbetten stehen in einem Raum, zu dem je ein WC mit einer Dusche gehört. Jugendherbergsverhältnisse. Die Atmosphäre wird das nicht trüben, vorausgesetzt, keiner schnarcht. (-: