Dienstag, 8. April 2014

Vom Schwarzen - bis zum Weißen Sonntag

Kirchenlatein? Die eher volkstümlichen Bezeichnungen sind heute aus der Mode. "Schwarzen Sonntag" nannte man den vor dem Palmsonntag, weil man an diesem Tag die Kreuze in den Kirchen mit dunklen Tüchern verhängte. Es begann die "Passionszeit". Die Rede vom "Weißen Sonntag" hingegen, ist noch nicht ganz in Vergessenheit geraten. Liturgisch richtiger heißt er heute "Sonntag der Barmherzigkeit Gottes" und ist Abschluss der Osteroktav. Als Erklärung hatte ich einmal gehört, dass "Weißer" Sonntag mit den Taufkleidern der in der Osternacht Getauften zu tun hätte, die eine Woche lang getragen wurden, (was nicht einfach gewesen sein dürfte und daher gut zum Sinn des lebenslangen Zeichens passte: "Ihr habt Christus angezogen!")
Nun zum Kalender. Der Schwarze Sonntag war also schon vorgestern. Ich vertrat unseren Pfarrer in Saratow, der inzwischen - mit dem Auto - aus Moskau zurückgekehrt ist und zwei mexikanische Priester mitgebracht hat, die für fast drei Wochen unsere Gäste sein werden. 
Den kommenden Palmsonntag feiere ich im Süden des Bistums, in Krasnodar. Anschließend, am Montag (14.04.14) treffen ich mich dort mit den Priestern der drei Süddekanate zur Weihe der Heiligen Öle: Chrisam, Katechumenen- und Krankenöl. (Bild 1).
Am Dienstag in der Karwoche (15.04.2014) wiederholt sich das noch einmal in Saratow, dann mit den Priestern der drei Norddekanate. Diese beiden Treffen sind aufwendig (wegen der Anfahrtswege) und kurz, aber wichtig. In Saratow bleibe ich dann zum gesamten "Triduum". - Noch so ein Wort!  Es klingt, als ob es aus dem Russischen kommt, "tri" = "drei", und es geht tatsächlich um die drei heiligen Tage: Gründonnerstag, Karftreitag, Ostern. (Saratow - Bild 2)
Am Ostersonntag Morgen fahre ich nach Marx. Dort verbringe ich den ganzen Tag. Die Vesper beten wir am Ostersonntag Abend seit Jahren gemeinsam mit der Gemeinde in der Pfarrkirche. (Bild 3)
Und am Weißen Sonntag (27.04.14), dem Tag, an dem in Rom die Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. heiliggesprochen werden, segne ich den Grundstein der im Bau befindlichen Johannes-Paul-II-Kirche in Togliatti. (Bild 4).