Sonntag, 8. Juni 2014

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen

Foto: "Tag des Herrn" 1998
Der Samstagmorgen begann wie vor 16 Jahren mit einer heiligen Messe in der Marxer Pfarrkirche. Natürlich gab es Unterschiede. Als wir nach dem Frühstück auch noch ein Video vom damaligen 7. Juni 1998 anschauten, kamen sowohl dankbare als auch lustige Erinnerungen wieder zu Bewusstsein: Bischofsweihe in Marx, der "Bischofsschmiede", wie sich die einst kommunistische Kreiszeitung damals ausdrückte. 
Am gestrigen Abend war ich gebeten worden, früher in der Kathedrale zu sein, weil wir nicht wussten, wann der Pfarrer mit zwei großen Autos voller Kinder von der RKW aus Kamyshin (200 km) zurückkommen würde, die heutigen Kandidaten zur Firmung aber alle noch gern zur Beichte gehen wollten; eventuell auch andere. Dann erfuhr ich unverhofft - bin eben nicht der Pfarrer in Saratow - dass es im Abendgottesdienst eine Taufe geben würde. Gern übernahm ich das, nicht nur weil ich die Mutter der kleinen Emilia Maria seit ihrer frühester Kindheit kenne. Den darauf folgenden Hausbesuch am Abend hatte ich schon lange ausgemacht. Damals dachte ich selbst nicht daran, dass es der Jahrestag meiner Bischofsweihe sein würde. Aber auch in der Großfamilie, die dann abends um den Tisch versammelt war, gab es ein Fest, den Geburtstag des Hausvaters. Das hatten sie mir nicht verraten, als ich den 7. Juni für meinen Besuch vorschlug.