Samstag, 26. Juli 2014

Alles schläft. Einsam schafft ...

Stillleben (3 "L") könnte man den Samstag-morgendlichen Blick aus meinem Fenster nennen.
Keine Bewegung weit und breit.
Samstagmorgen in Saratow. Da kann man lange warten, bis etwas in Bewegung kommt. Zudem im Sommer! Wer eine Datsche hat (Schrebergarten mit Häuschen vor der Stadt), der wohnt am Wochenende draußen. Und im Urlaub sind auch nicht wenige. - Da spürt man das Stadt-Land-Gefälle ganz deutlich. Würde ich heute auf eine unserer Außenstationen im näheren Umkreis fahren, könnte ich alle zu Hause antreffen. Keiner wäre irgendwo anders... Ich drücke die letzten Knöpfe am Computer. Die Abwesenheitsnotiz in den E-Mail-Postfächern ist aktiviert, der Generalvikar instruiert, der Akku im Fotoapparat aufgeladen. Vor dem Urlaub steht noch ein Kurzbesuch in Marx an. Die Sonntagsmesse feiere ich mit unseren Gläubigen hier in der Kathedrale. Anschließend ist eine Begegnung mit einer Gruppe Erwachsener geplant, die sich auf die Taufe u.a. Sakramente vorbereiten. Es scheint eine sehr wache Gruppe zu sein. Schwester Rosa, die den Kurs leitet, bereitete mich schmunzelnd mit den Worten auf das Treffen vor: "Die Leute fragen viel."
Wenn ich am 9. August aus dem Urlaub zurückkomme, hoffe ich eine Antwort auf unser Flüchtlingsprojekt vorzufinden. Die Wellen wegen des Konflikts in der Ukraine schlagen hoch. Ich kann mir vorstellen, dass es manchmal schwer ist, das Boot des christlichen Verstandes auf den Wellen stürmischer Emotionen zu halten. Und auch ich bin nicht der, der alles besser weiß. Wir haben in unseren Pfarrgemeinden in Marx und Saratow angefangen, für die Flüchtlinge in der näheren Umgebung zu sammeln: besonders Lebensmittel und Geldspenden. Textilien müssen - laut Verfügung von oben - neu sein. "Second-Hand" ist nicht erlaubt. Nach Kontaktaufnahme mit Betroffenen, kommt bei den Vermeldungen Morgen, am Sonntag, auch noch "Spielzeug" auf die Wunschliste.