Mittwoch, 2. Juli 2014

Immer mehr Flüchtlinge

Vadim (links) in einem der Aufnahmelager
Seit Monaten beten wir täglich nach den heiligen Messen in den Kirchen des Bistums um Frieden in der Ukraine. Bei meinen Besuchen in den Gemeinden nahe der Grenze, in Belgorod und vor ein paar Tagen in Rostow, ging mir das Thema auch geographisch nahe. Dort in Rostow sprach ich mit Vadim, unserem Bistumskoordinator für Katastrophenfälle. Er hat immer wieder alle Hände voll zu tun. Leider. Vadim machte sich ein Bild von der Lage der Flüchtlinge vor Ort und schreibt in seinem Bericht u.a., dass es im Gebiet Rostow 16.000 Flüchtlinge aus der Ukraine gäbe (Stand 26.6.14) und dass sie in fünf Aufnahmelagern für einen Tag unterkommen, bevor sie weitergeleitet werden, inzwischen auch in andere Gebiete Russlands. 
Ich hatte gerade angesetzt, diesen kurzen Text zu schreiben, ausführlicher kann man Vadims Bericht in Russisch hier lesen, da kommt ein Fax von der Gebietsverwaltung Saratow: "Ich bitte Sie um Information über mögliche humanitäre Hilfe für Flüchtlinge - Staatsbürger der Ukraine." Das soll dem beauftragten Stab für die Aufnahme und Unterbringung im Gebiet Saratow beim Koordinieren helfen. 
Man kann über Nachrichten diskutieren und zur Tagesordnung übergehen, je weiter weg, desto einfacher. Die meisten von uns (unter 70 Jahren) können sich aber real nicht vorstellen, was es heißt, Flüchtling zu sein, und wie zerbrechlich die menschliche Psyche ist, wenn sie derart überfordert wird. Wir werden weiter beten und planen, was wir außerdem tun können.