Donnerstag, 17. Juli 2014

Mitte der Sommerferien

"Schlange stehen" - eine alte DDR-Erfahrung, kommt mir auch heutzutage manchmal zugute, z.B. gestern, als ich mit meinem Generalvikar dreimal anstand und nach ein paar Stunden etwas Positives dabei herauskam, nämlich, dass wir heute wiederkommen dürfen. Persönliches erscheinen ist Pflicht. Es ließe sich wieder einmal ein Buch darüber schreiben, wie ich beim Eintreten durch eine offene Tür mit einem krächzenden "Ich habe noch nicht eingeladen" begrüßt wurde, während in einem anderen Amt am gleichen Tag 10 Minuten keiner aus der Warteschlange wagte, in die leere Amtsstube einzutreten. Und als ich es doch probierte und fragte, ob ich "darf", kam - ohne aufzublicken - die freundliche Antwort: "Natürlich". 
In der Bistumsleitung, wozu auch die Diözesancaritas gehört, beschäftigt uns zurzeit ein großes Projekt zur Flüchtlingshilfe. Im Gebiet Saratow, zum Beispiel, kommen täglich 70 neue Flüchtlinge aus der Ukraine an. Weiter im Süden (Wolgograd, Rostow) ist der Ausnahmezustand ausgerufen, weil es Tausende sind, die da plötzlich vor der Türe stehen. 
In der Mitte der dreimonatigen Sommerferien von Ende Mai bis Anfang September gibt es erste Berichte von den veranstalteten Religiösen Kinderwochen in den Pfarreien, u.a. auch von einer sehr schönen Freizeit für behinderte Kinder und Jugendliche. Wir haben da dem Pfarrer von Taganrog, Pater Raul, viel zu verdanken, der die Hauptlast jener Tage auf sich nahm und auch mit unerwarteten Pannen exzellent zurecht kam.
Wenn alles nach Plan verlaufen ist, dann müsste die vierköpfige Delegation aus Osnabrück, mit Bischof Bode an der Spitze, heute früh kurz nach drei von zu Hause aufgebrochen sein. Am Abend erwarten wir sie in Wolgograd und übermorgen früh hier in Saratow.