Dienstag, 19. August 2014

Freuden am ersten Bürotag

Als ich vorgestern in der Schweiz noch damit angeben konnte, dass ich jetzt an die sonnige Wolga zurückkehre, wo wir zurzeit fast 40 Grad im Schatten hätten, wusste ich noch nichts von der heutigen Wende. Gewitter, Regen ohne Ende, und gleich mal 20 Grad weniger... Das ist schon ungewöhnlich für den August in Südrussland. Ein beachtlicher Teil der Ernte wird darunter leiden. Und unser Jugendtreffen? Übermorgen ist Anreisetag mit Eröffnungsgottesdienst in der Kathedrale. Für den Abend ist die Überfahrt auf eine Insel in der Wolga geplant, wo es dann zweieinhalb Tage lang ohne einen einzigen großen Raum (für die Eucharistiefeiern, das Essen, die Vorträge, ...) funktionieren soll. Noch ist Zeit ... (ich meine, für Petrus...) Im Grunde tut die Abkühlung gut.
Eine der schönsten Pflichten am heutigen Morgen war folgende: Pater Sergio (Passbild) hat in Mexiko sein Visum erhalten und wird am Freitag zu uns kommen. Ab September studiert er Russisch an einer Saratower Universität und wird in der Pfarrei wohnen. Er hat das Ticket bis Moskau gekauft. Den Rest wollten wir hier erledigen. Und dafür war es heute höchste Zeit. Morgen bricht er von zu Hause auf. Gut, dass man solche Sachen inzwischen am Computer erledigen kann, und dass ich auch eine russische Mastercard habe, die von den "Saratov Airlines" akzeptiert wird. Ebenfalls eine Freude war es, als mich heute Morgen der Pfarrer von Uljanowsk anrief und den Hörer weiterreichte. Da war Herr Krümpelmann aus Rhauderfehn dran! Einer unserer sog. "Klosterbauer". Mit ein paar anderen freiwilligen Helfern ist er zurzeit bei uns im Bistum, um das Dachgeschoss im Uljanowsker Gemeindehaus auszubauen. Nächste Woche fahre ich, Pfarrei und Gäste besuchen. Gleich im Anschluss daran folgt die Reise nach Vladikavkaz. Und damit ist der August zu Ende. 
In einer ersten Zusammenfassung las ich, wie aktiv sich unsere Caritas und die drei katholischen Pfarrgemeinden im Gebiet Saratow um die Flüchtlinge aus der Ukraine kümmern. Auch ärmste Leute helfen, schenke Textilien, Lebensmittel, Geld und - in manchen Fällen - auch einfach ihre Zeit. Unsere Caritasdirektorin hat jene Information in erster Linie dafür zusammengestellt, um der politischen Gebietsverwaltung Nachricht über unsere diesbezügliche Tätigkeit zu geben. Einerseits hatte man dazu aufgerufen, andererseits scheint es nicht ganz einfach mit der Koordinierung zu sein. Weil Urlaubszeit ist?
Übrigens: Danke denen, die über den Sankt-Clemens-Verein für Schulbücher und Kleidung für arme Schulkinder gespendet haben. Es sind schon über 1.000 Euro zusammengekommen. Auch Flüchtlingskinder brauchen ... so gut wie alles. Am 1. September geht die Schule nach drei monatigen Ferien wieder los.