Donnerstag, 28. August 2014

Zwischenstopp - Zwischenbescheid - zwischen den Zeilen

In diesen Tagen und Wochen bin ich viel unterwegs. Gestern aus Uljanowsk heimgekehrt, packe ich heute meine Tasche für Vladikavkaz. Meine Reisen haben in der Regel offizielle Anlässe. Nebenbei kommt es aber auch immer wieder zu Begegnungen, die nicht geplant waren. Schließlich stehe ich dann nicht selten mit neuen Informationen über Menschen da, die Hilfe brauchen, weitab vom Interesse - nicht nur - der Medien. So hoffe ich zum Beispiel, Talita (4 Jahre, vorn im Bild) helfen zu können, in den Kindergarten zu gehen. Ihr Vater leidet an einer fortschreitenden Lähmung. Aller zwei Tage bekommt er eine Spritze. Das scheint alles zu sein. Besser wird da nichts. Ihre Mutter sitzt mit Talitas kleiner Schwester zu Hause. Es gibt Kindergartenplätze. Jedoch kosten die umgerechnet 75 Euro im Monat. Und einmal im Jahr haben die Eltern der Kinder 43 Euro für Reparaturarbeiten abzugeben. Ich habe von der Situation "über 3 Ecken" erfahren. Die Familie selbst hat sich geschämt zu bitten.  
Heute feiern wir den heiligen Augustinus. Er ist sicher nicht deshalb heilig, weil er gelehrte Bücher geschrieben hat. Heilig wird man der Liebe wegen. Eine kleine Zeile in seinen "Bekenntnissen" - eine Bitte an Gott - lautet so: "Sag es so, dass ich es höre." - Im alten Gotteslob (mit dem neuen kenne ich mich nicht aus) gab es ein Lied: "Herr, gib uns Mut zum Hören, ..." - Haben wir diesen Mut?