Dienstag, 23. September 2014

Abstecher ans Asowsche Meer - Segnung der Baustelle in Taganrog

Am Freitagabend, ich saß schon am Abendbrottisch in Wolgograd, kam ein Anruf aus Taganrog. Pater Raul war aufgefallen, dass der gut vorangehende Neubau seiner kleinen Kirche, noch nicht gesegnet sei. Es gäbe doch einen Ritus zum Beginn der Bauarbeiten. Und ich sei übermorgen nicht weit von Taganrog, ...  Er solle es mit dem Pfarrer von Rostow klären, bat ich ihn. 10 Minuten später war das erledigt. Ich sei ab Sonntagnachmittag frei, ... frei für die zusätzliche Fahrt von Rostow nach Taganrog. Nach den letzten Gesprächen am frühen Nachmittag in Rostow, (ein Pfarrer war früh um 3.00 Uhr zu Hause losgefahren, um mich hier zu treffen, weil es nach Saratow zu weit für ihn ist), wartete ich auf den Chauffeur: Ein junger Mann aus der Taganroger Pfarrgemeinde holte mich ab. ein anderer brachte mich am Abend gegen 22.00 Uhr nach Rostow zurück, (von wo aus ich mit meinem Auto noch bis Novoczerkassk weiter fuhr, damit es am Montag nicht so weit würde.) InTaganrog kam ich "aus dem Staunen nicht raus". Ich war doch gerade erst hier gewesen! Vor knapp drei Monaten feierte ich die letzte heilige Messe in einem Haus, an dessen Stelle heute auf einem neuen Fundament schon 4 Meter hohe Wände stehen! Auch für die Pfarrgemeinde war es alles ein wenig unverhofft. Eigentlich waren die meisten am Morgen in Rostow (60 km!) zur Messe. Vermeldet war nichts. So kamen nicht viele, eben die, die früh keine Möglichkeit hatten, nach Rostow zu fahren, und die Kranken. Ich segnete die Baustelle, dann feierten wir einen familiären Sonntagsgottesdienst im provisorisch eingerichteten Pfarrsaal, dem einzigen Raum, der der Gemeinde zurzeit geblieben ist. Abendessen gab es bei den Karmelitinnen. Um Mitternacht legte ich mich in das gleiche Bett, aus dem ich am Morgen aufgestanden war, in Novoczerkassk.