Dienstag, 23. September 2014

Die Wege

Der damalige Apostolische Administrator in Görlitz, Bischof Bernhard Huhn, gab 1979 ein Buch über seine Administratur heraus, das unter dem Titel "Kohle, Wälder und weite Wege" erschien. Was wir gemeinsam haben, das heutige Bistum Görlitz und das Bistum Sankt Clemens in Saratow, ist in etwa die Zahl der Katholiken. Die Wege sind bei uns jedoch etwas weiter. Ich spotte nicht. Der Titel jenes Buches ist berechtigt. Das weiß jeder, der die Diaspora-Situation in der ehemaligen DDR kennt. Ich erinnere mich mit Freude und sehe, wie doch alles in dieser Welt relativ zu sein scheint. Gestern bin ich 880 km gefahren, um von meinen Wochenendbesuchen in den Pfarreien am Don und am Asowschen Meer nach Hause zurückzukehren. 11 Stunden habe ich für die schnelle Fahrt gebraucht. Hätte ich unterwegs nicht fotografiert, wäre es noch etwas kürzer gewesen. Hier ein paar Eindrücke, einfach vom Weg:

Freitagnachmittag in Richtung Wolgograd
Kühe sind Phlegmatiker - Wenn sie auf die Straße gehen, hält man besser an.
Uneben (Schlaglöcher) plus unübersichtlich (Gegenverkehr), ... Überholen?
Samstagmorgen, das Wetter ändert sich
Wegweiser - Rostow 30 km, Moskau 1038 km
Die Straße von Moskau ans Schwarze Meer. Blick Richtung Norden.
Elstern gibt es unzählig viele an den Wegen.
Kartoffeln, Kraut, Zwiebeln, Melonen von der Datscha ... Vorrat für den Winter
Melonenfeld
Dem Autofocus war mein (in Russland erlaubter) Radardetektor wichtiger als die Melonenhändler am Straßenrand
Dünne Asphaltdecke. Stundenlang auf und ab.
Reste einer der ca. 20 verbliebenen Kirchenruinen der Wolgadeutschen im Dorf Luganskoe
(ehem. Beideck - am 10.08.1764 von 40 Familien aus Hessen gegründet)