Sonntag, 5. Oktober 2014

Sonntag mit verschiedenen Akzenten

Vor ein paar Tagen erinnerte ich mich mit meinem Berliner Gast an die Zeiten, als wir hier in Russland Telefongespräche anmelden mussten, Auslandsgespräche sogar zwei Tage vorher. Man mußte die gewünschte Minutenzahl angeben und auf dem Postamt im Voraus bezahlen. Dann kam der Anruf der ersten Telefonistin gewöhnlich nachts. Und bis schließlich nach Deutschland durchgeschaltet war, hatte man den Hörer bereits bis zu einer halben Stunde am Ohr. Das war vor 20 Jahren. Heute ist das Internet hier bei uns fast genauso schnell wie anderswo. Das bringt weit mehr als nur günstige und schnelle Verbindungen zum Telefonieren. Heute konnten wir, wie z.B. hier im Kloster in Marx, die Eröffnung der Bischofssynode in Rom miterleben, live. Einen zweiten Segen vom Papst gab es ein wenig später, bei der Übertragung des "Angelus-Gebets". 
Als ich am Vormittag auf das z.B. in Deutschland gefeierte Erntedankfest hingewiesen wurde, fiel mir erneut auf, dass es das in unserem liturgischen Kalender in Russland nicht gibt, wahrscheinlich so, wie in vielen Ländern der Welt. Traditionen wachsen oft orts- und zeitbedingt. Akzente in unserem Sonntagsgottesdienst waren die Bischofssynode in Rom, die heilige Faustina Kowalska (+5.10.1938) und das Thema "Weinberg", um das es in Lesung und Evangelium vom heutigen Sonntag ging.
Eigentlich wollte ich an diesem Wochenende an einem Kongress in Krakau teilnehmen. Als am Donnerstag klar war, dass ich vor den nächsten Reisen meinen rechten Fuss auskurieren muss, dem vielleicht das Autofahren in den letzten Wochen zu viel war, schickte ich meinen Vortrag als Brief per E-Mail.