Freitag, 21. November 2014

Ein nicht ganz alltäglicher Tag

Gestern nachmittag wollte ich in einer mir bekannten, kleinen Möbelfabrik in Marx einen Altartisch für meine Kapelle in Saratow bestellen. Mich begrüßte der Wachmann: "Die arbeiten nur noch vormittags. Keine Aufträge..." Heute früh um 8.30 war ich wieder dort und gab die Bestellung ab. Dann nahm ich zwei Kinder, Geschwister, mit nach Saratow. Schon vor Monaten hatte ich ihnen das versprochen. Heute ergab sich plötzlich, dass alles gut zusammenpasste: die Ferien der beiden und mein Plan, abends noch einmal nach Marx zurückzukommen, der fast terminfreie Tag im Büro... Vom Schicksal der beiden zu erzählen, ist hier nicht der Ort. Jedenfalls verloren sie heute ein Stück ihrer Scheu mir und anderen gegenüber, und gewannen vielleicht auch ein wenig mehr Selbstvertrauen durch den Besuch in der Großstadt. Die größte Freude für mich war es am Abend, als die Elfjährige beim Aussteigen vor der Haustür der Tante fragte, ob sie in Zukunft wieder einmal mitfahren dürften.  
Als ich tagsüber dennoch ins Büro zum Arbeiten ging, ruhten die beiden aus, bei den Schwestern. Vor der Abendmesse in der Kathedrale machten wir noch einen Spaziergang an der Wolga (Foto). Der frostig kalte Wind schien die beiden nicht zu stören. In der Kirche war es halb so voll wie sonntags. - Eine Vorahnung von morgen, wenn wir das 25-jährige Ordensjubiläum von Schwester Maria-Elena feiern wollen. 20 Jahre diese Zeit lebt die mexikanische Ordensfrau in Saratow. Nachdem ich die Kinder abends pünktlich heim gebracht hatte, blieb eine seltene Aufgabe übrig: In unserem "Haus Getsemani" feierte ich noch eine heilige Messe für die beiden, die derzeit dort beten und fasten.