Mittwoch, 26. November 2014

Rekordzeit in Taganrog

Es fällt mir immer noch schwer zu glauben: Am 29. Juni habe ich die letzte heilige Messe im Bethaus der Taganroger Dreifaltigkeitsgemeinde gefeiert. Erst kurz vor dem Gottesdienst bat mich Pater Raul, der Pfarrer, dass ich es den Leute sage: Es sei die letzte Messe ... Wenige Tage später wurde das enge, baufällige Haus, dessen Fundamente Jahr für Jahr mehr nachgaben, abgerissen. Ein neues Fundament wurde gelegt. Im September segnete ich den Baubeginn, als die Wände schon 4 Meter hoch standen. Vorgestern wurde das Kreuz aufs Dach gesetzt (Foto). Keine 5 Monate sind vergangen! Ein solches Tempo habe ich in Saratow oder Marx noch nie erlebt. Wenn das so weiter geht, ... 
Ein "Opfer" hat der Bau aber nun auch schon: Fast zeitgleich zur "Kreuzerhöhung" brach sich Pater Raul auf der Baustelle die linke Hand. Das schränkt seine Tätigkeit nun für Monate stark ein. Sowohl im Auto als auch am Altar, wird er sich umgewöhnen müssen, ganz zu schweigen vom persönlichen Alltag. 
Mit dem argentinischen Pfarrer wirken zwei Karmelitinnen aus Kroatien in der Seelsorge zusammen. Von der Pfarrei in Taganrog aus wird auch Sankt Markus in Asow betreut, aber auch bis Jeisk fahren die drei von Zeit zu Zeit, um dort katholische Christen aufzusuchen und bei ihnen heilige Messe zu feiern. Jede der drei Städte liegt direkt am Asowschen Meer.