Mittwoch, 19. November 2014

Tragisch - interessant - schön: 3 Bilder

Drei Fotos von der Homepage unserer Pfarrgemeinden in Kabardino-Balkarien (Nordkaukasus) habe ich mir eben mal ausgeborgt, weil sie vom Leben im Süden des Bistum berichten.
Das erste Foto ist ein ganz trauriges: In Blagoveshenka, wo sich Seelsorger und Pädagogen um Kinder- und Jugendliche aus gefährdeten Familie bemühen, unter anderem auch mit Hilfe einer natürlichen Therapie durch den Umgang mit Pferden, ist unser Pferdestall nachts abgebrannt. Leider gibt es Zeichen, die auf Brandstiftung hindeuten. Hinter der wiederum, würde dann - wie man ahnen kann - nichts Gutes stecken. Die vier Pferde konnten von schnell zu Hilfe geeilten Dorfbewohnern gerettet werden. Wie wird es weiter gehen? Im Dorf ist nichts versichert. Der Winter hat begonnen. Pater Laurent ist zurzeit als einziger Priester in den drei Pfarreien der kabardino-balkarischen Republik tätig. Die Zahl der Helfern in so armen Dörfern wir Blagoveshenka, ist mehr als begrenzt.

Das zweite Foto ist während eines Treffens gemacht, das wir im Bistum "Glaubensschule" nennen. Priester und Ordensleute in verschiedenen Regionen, bieten Wochenenden zur Glaubensvertiefung an. Jugendliche und Erwachsene nutzen das Angebot, reisen für drei Tage an, übernachten dann häufig unter einfachsten Bedingungen und erleben sich als Jünger Jesu, die ihren Glauben weitergeben möchten, weil sie in ihm den "Schatz im Acker" gefunden haben. Das Bild entstand ebenfalls in Blagoveshenka. Pater Michal aus Astrachan und Schwester Marta aus Samara, verbrachten hier mit etwa 20 Erwachsenen ein Wochenende in Katechese und Liturgie. Es ist interessant zu sehen, wie viele ältere Menschen an den Kursen teilnehmen. Bei uns sind das ja immer häufiger diejenigen, die in ihrer Kindheit nie die Möglichkeit hatten, zur Kirche zu gehen, einen Priester zu sehen, eine Bibel in der Hand zu halten, oder jemanden zu fragen, wenn ihr Suchen plötzlich über den Tellerrand des Marxismus-Leninismus hinausgingen.

Unweit vom Tisch mit dem blumigen Wachstuch wurde auch Aufnahme 3 gemacht: Die Silhouette des mächtigen, 5.642 Meter hohen Elbrus, des höchsten Berges im Bistum Sankt Clemens, leuchtet kurz vor Sonnenaufgang am Horizont. Wenn es auch kein Bild vom Leben im Bistum Sankt Clemens im engeren Sinne ist, so gibt es doch etwas vom Lebensgefühl der Menschen unserer Pfarreien im Kaukasus wieder, denn Schönheit bemerken armen Menschen häufig mit viel größerer Sensibilität als alle anderen.

Soweit mit dem "Plagiat". Wer Französisch versteht, kann sich noch viele Einzelheiten und andere Informationen direkt abholen, nämlich auf http://catholiquescaucase.wordpress.com/