Sonntag, 14. Dezember 2014

Mystiker sein?

Ein Stein im Kreuz der Kapelle
stammt aus dem Garten Getsemani in Jerusalem
Freude kann man "stimulieren", wenn man Kindern schenkt, was sie sich gewünscht haben, wenn man Erwachsenen deutlich Danke sagt, wenn man einem Einsamen zuhört, einen Kranken besucht, einem Durstigen zu Trinken gibt, ... Es gibt Freude durch äußere Umstände wie den Sonnenschein, das Wahrnehmen der Freiheit, der Liebe eines Menschen, ... und es gibt da noch eine andere Freude, eine die man nicht "machen" kann, nicht "von außen", eine Freude von innen, von da, wo Gott in der Seele wohnt. Ein zumindest ansatzweiser Geschmack dieser Freude wird das sein, was Karl Rahner mit Mystik meinte, als er den Frommen von morgen Mystiker nannte, weil sein Glaube in unserer säkularisierten Welt ohne diese Freude nicht aushalten wird: "Der Fromme von morgen wird ein Mystiker sein, einer der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein." Hier (und erst hier) sind wir auch beim Thema des 3. Adventssonntags. Es geht nicht um Flachheiten. Gaudete - Freut euch!
Unser "Haus Getsemani" (Haus der Stille) in Marx ist mit dieser Intention gebaut: Christen helfen, die Freude (wieder-) zu finden, den Geschmack der Berufung, das lebendige Wasser. Die Nachfrage nach ein paar Tagen im Haus wächst, besonders unter Ordensleuten und Laien. Auch das ist eine kleine Freude.