Dienstag, 30. Dezember 2014

Von Sturm bis still

Das angekündigte Wetter mit Sturm und starkem Schneefall haben wir nun doch noch, mit einem Tag Verspätung, bekommen. Zwar muss nicht ich heute reisen, aber mein ehemaliger Generalvikar, der jetzige Pfarrer von Samara, war seinen Nachbarn, Mitbruder und Freund in Marx besuchen. Der eine hatte gestern Namenstag, der andere morgen Geburtstag. Sie kennen sich, seitdem sie gemeinsam im Priesterseminar in Polen studiert haben. Beide waren als Seelsorger in der Ukraine tätig, bevor sie vor ca. 10 Jahren zu uns ins Bistum kamen. Nun muss also Pater Dariusz mit dem Auto wieder nach Hause: 360 km in die Nachbarpfarrei. Besonders auf freier Strecke werden die Schneeverwehungen sehr hinderlich sein. Es gibt fast keine Ortschaften an der Landstraße unterwegs. Auf halbem Weg wird er dennoch Station machen. Dort ist ein Mann inhaftiert, der beichten möchte. Pater Dariusz kennt den orthodoxen Geistlichen, der für das Gefängnis zuständig ist und wird ihn bitten, regelmäßig bei dem Mann vorbeizuschauen. 
In Gebet und Gedanken bin ich heute oft in Kamenz, wo Pfarrer Josef Kuschnik beerdigt wird. Gleichzeitig halte ich Ordensschwestern aus Saratow und Marx einen Besinnungstag mit Impulsen, die ich dem "Messias" von Händel entnehme, und die sowohl beim Rückblick als auch beim Vorausschauen und Orientieren helfen können. Als Thema könnte man über den ganzen Tag ein Wort Jesus schreiben, dass ich dem Kind in der Krippe auf die Lippen lege: "Kommt und ruht ein wenig aus." (vgl. Mk 6,31)