Sonntag, 4. Januar 2015

Dank an erster Stelle

Manchmal "erlauben" mir, bzw. bitten mich die Pfarrer, beim Spenden des Bußsakraments vor der Sonntagsmesse zu helfen. So auch heute. Das ist eine der besonderen, stillen Freuden, für die ich dankbar bin. Das 25-jährige Ordensjubiläum von Schwester Ann und die Menschwerdung Gottes (2. Sonntag der Weihnachtszeit) waren der rote Faden durch meine Predigt. Ich stand zwischen den Bankreihen, denn unter der großen Kuppel der alten Pfarrkirche gibt es keine Mikrofone. Heute war ein Tag des Dankes, der Begegnungen und Erinnerungen. Im noch nicht fertiggestellten Gemeinderaum nahm das Fest seine Fortsetzung. Eine beachtliche Gruppe afrikanischer Studenten nahm am Gottesdienst teil. Alberta war mit einigen ihrer Schützlinge aus Elista gekommen. Drei der inzwischen herangewachsenen Kinder Veras (vgl. frühere Einträge), hier aus Astrachan, sah ich wieder. Manche Gemeindemitglieder erinnerten sich (und mich) an die Ermordung von Pfarrer Nemyski vor 14 Jahren. Schließlich tagte der Pfarrgemeinderat unter meiner Beteiligung. Dann gab mir der Pfarrer eine Pause. Letzter Punkt im Programm ist der Abend im Haus der "Familie Maria", zu der Schwester Ann gehört, bevor wir zum Bahnhof aufbrechen. Die Gemeinschaft lebt in einem Viertel, das inzwischen so gut wie ausschließlich von Azerbaidzhanern bewohnt und als riesengroßer Markt genutzt wird. Von den Minaretten zwischen den Häusern klingt es, wie wenn man durch die Altstadt Jerusalems geht.