Donnerstag, 1. Januar 2015

"Mit Gott fang' an ..."

Das neue Jahr beginnt mit Weihnachten. Heute ist der 8. Tag der "Weihnachtsoktav", das Hochfest der Gottesmutter Maria. Die neue Zeit, unsere Zeit(-rechnung), beginnt mit dem Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte, natürlich abgesehen von ungewollten Ungenauigkeiten in der Berechnung. Möge Christus von neuem der Anfang sein, der Begleiter und das Ziel unserer Wege!
In Marx, wohin ich nach dem Jahresabschluss in der Kathadrale gefahren war, ist es seit Jahren Brauch, dass die erste Messe vom 1. Januar am 31. Dezember um 23.00 Uhr gefeiert wird. So kommt es dann, dass wir kurz vor Mitternacht aus der Kirche gehen, gerade pünktlich zum Feuerwerk. Wir hatten auch ein eigenes. Wie eine streng erzogene Schulklasse, und gleichzeitig fröhlich und ungezwungen, rufen nach dem Verlöschen der letzten Salve immer alle Zuschauer im Chor: "Spa-si-bo!" ("Danke!")  Da das Thermometer gestern auf unter Minus 20 Grad Celsius gefallen war, brachte eine Schwester noch manche Gottesdienstbesucher mit dem Auto nach Hause.
Das zweite Angebot zur Festtagsmesse ist heute Mittag um 12.00 Uhr. Auch das - eine ungewöhnliche Zeit! Der Pfarrer versucht, seinen Schäfchen entgegenzukommen, wie er nur kann: die ganze Nacht über wurde gefeiert, wurden Neujahrsbesuche gemacht und Wünsche überbracht. Heute Nachmittag geht das weiter. Die einzige Chance, die Leute an diesem, von den meisten Russen als "größtes Fest des Jahres" bezeichneten, Tag zur Kirche zu "holen", scheint ihm der Mittag.

Allen ein gesegnetes - glückliches - neues Jahr!