Donnerstag, 8. Januar 2015

... noch bis zum Wochenende


Gestern feierten unsere orthodoxen Brüder und Schwestern Weihnachten. Nun darf noch bis einschließlich Sonntag ausgeruht werden. Dann geht der Alltag wieder los für die Menschen in Russland. Dabei scheint "wieder los" zu einfach gesagt. Alle wissen, dass es ein schweres Jahr werden wird, aber was das genau bedeutet, ist noch unklar. Verunsichert zu sein, ist normal. Wir haben plötzlich "70% weniger Migranten", lautete gestern eine Schlagzeile. Als ich am Abend von der Wohnungssegnung bei einer jungen Familie nach Hause kam, kaufte ich im Internet mein nächstes Flugticket: Am Wochenende bin ich in Orsk am Südural. Da war ich platt vom unerwartet hohen Preis. Weniger reisen? Nein. Besuche in den kleinen, weitverstreuten Pfarrgemeinden sind sehr wichtig. Im Dankschreiben (sicher ein Standardtext) auf meinen Neujahrs- und Weihnachtsgruß an den Saratower Gouverneur wurde mir mit herzlichen Worten "kräftige Gesundheit, Optimismus, innere Wärme und Wohlergehen" gewünscht. Auf seine Art, wird das Jahr eine neue Herausforderung werden, auch für uns als kleine katholische Kirche in diesem großen Land. Ich hoffe, dass wir unsere (natürlich begrenzten) Kräfte dort einsetzen können, wo sie am nötigsten sind, (möglichst wenig in der Bürokratie), aber auch, dass wir es verstehen, Kräfte dort zu schöpfen, wo sie am belebendsten sind, in der nie unpersönlichen Beziehung zum Herrn.
Danke an Ottmar Steffan nach Osnabrück für den Tipp, heute einmal in sein Blog zu schauen, sowie für den Hinweis auf die dankbaren Rückblicke deutscher Bischöfe auf 2014. Die Geschichte mit Bischof Koch und dem Dresdener Straßenbahnfahrer kann ich mir lebhaft vorstellen. Und dass Bischof Bode gerade von seinem Besuch im Bistum Sankt Clemens erzählt, hat mich natürlich sehr gefreut.