Sonntag, 18. Januar 2015

Was ist der Sinn?

Ich schreibe im Blog, um aus dem Leben der katholischen Kirche in Südrussland zu erzählen, was nicht heißt, dass wir auf einer vom Weltgeschehen unberührten Insel leben. 
Karikatur (Definition): „Komische übertreibende Zeichnung oder Ähnliches, die eine Person, eine Sache oder ein Ereignis durch humoristische oder satirische Hervorhebung und Überbetonung bestimmter charakteristischer Merkmale der Lächerlichkeit preisgibt.“ (Fremdwörterduden)
Tabus in der Karikatur (Karikaturmuseum Krems): „Glaubensdinge und Religion, persönliches Leid, Pornografie, Privat- und Intimsphäre, Missachtung der Menschenwürde.“ Außerdem: „Normative Vorgaben, Gesetze (Strafrecht, Jugendschutzgesetz, etc.), Redaktionsrichtlinien, verlegerische Richtlinien geben Tabus vor.“
Stimmt das mit jener Auflagenhöhe, deren Wachstum in Millionen Exemplaren gezählt wird? Mir fällt es schwer zu verstehen: Ist es ein kribbliges Gefühl, so ein Journal zu kaufen? Eine Solidaritätsbekundung? Mit wem? Kann man nichts Besseres für die Toten tun, und für die Lebenden? Ich denke so: Karikaturen und Satire über die Religionen der anderen suchen nicht den Dialog. Ob nun bewusst oder aus Unklugheit, zerstören sie ihn. Verstand und Erfahrung lehren uns, dass derartiger Spott verletzt und ein Gegenteil von Dialog provoziert, je nach Temperament des Betroffenen. Im Land der französischen Revolution müsste es eigentlich an erster Stelle – was Religion betrifft, wenn überhaupt - Karikaturen über den Atheismus geben. Da könnte diese Kunstrichtung zu ihrem selbstgewünschten Sinn zurückfinden: nachdenklich machen.