Montag, 23. Februar 2015

Baschkortostan - Nachwort

Ufa, nach der Sonntagsmesse
Schon beim gestrigen Schreiben vor Mitternacht hatte ich gespürt, dass etwas fehlt beim kurzen Rückblick auf die zwei schönen Tage in Baschkortostan. Es gelingt mir vielleicht auch jetzt nicht, es in Buchstaben zu fassen. Wie wichtig Besuche sind, wenn Kirche so klein und verstreut ist, wie wir in Russland - das habe ich wieder einmal deutlich erfahren. Es ist nicht leicht für die jüngeren -, aber auch für die älteren mit der Seelsorge Beauftragten. Über viele Monate hinweg, sind sie auf sich allein gestellt. Fast immer. Es müssen gesunde Naturen sein, geistlich, aber auch psychisch und - wenn möglich - auch physisch, wenn sie hier ihre Berufung leben wollen. Gerade die langen Wintermonate können belastend sein. Beide Pfarrer haben sich ausgiebig für den Besuch bedankt. Auch für mich sind Reisen zu den Pfarrgemeinden meistens eine bereichernde Freude. Es gehört zu den "natürlichen Privilegien" von Bischöfen, dass man vielen Menschen an verschiedensten Orten begegnen darf, und sehen darf, wie der Glaube lebt. 

Und hier noch eine lustige Bemerkung vom Heimweg. Pater Bosco ist natürlich viel aufmerksamer als ich, wenn es um Sonderbares geht. Dass wir mit einer alten Jak-42 von Moskau nach Saratow flogen, freute ihn besonders. Zu sehen gab es da Einiges, hier z.B. auf dem Foto: Das Gepäckfach zwischen Business und Economy-Class wird schwerlich zu öffnen sein. Und damit im Notfall nicht aus Versehen jemand vom hinteren Teil des Flugzeugs durch die Business-Class auszusteigen versucht, hat man das Ausgangsschild mit Alufolie (?) zugeklebt. (Geflogen sind wir wunderbar., und genauso schnell wie die beiden neuen brasilianischen Maschinen im Saratower Flugzeugpark, die jetzt häufiger zum Einsatz kommen.)