Freitag, 13. Februar 2015

Bistumstreffen in der Kleinstadt

Welchem Foto soll ich den Vorzug geben nach solch einem Tag? Einem aus den Vorträgen, einem aus der Küche oder von den gemeinsamen Mahlzeiten? Vom Spaziergang oder aus der Kirche? Auch der zweite Tag mit 50 Ordensleuten aus dem Bistum war ein Fest im für so manchen und manche ziemlich dunkelgrauen Alltag der letzten Monate. Ein Fest war es für uns alle. Morgen feiere ich mit denen, die noch nicht nachts abreisen, um sechs heilige Messe. Dann gibt's Frühstück, und danach brechen auch die Letzten auf, nach Hause, wohin sie der Herr gestellt/gerufen hat: ob nun nach Alexejewka oder Sotschi, Astrachan oder Kazan - überall möchte Christus sich schenken durch Menschen, die sich ihm geschenkt haben.
Es ist ein besonderer Segen für die katholische Kirche im Russland nach den Jahrzehnten der Verfolgung, dass wir junge Ordensleute, besonders Ordensfrauen, in vielen Gemeinden haben. Gott sei gedankt.
Dass das Treffen in Marx stattfindet, hat einen praktischen Grund im Platzangebot, aber auch einen tieferen, den man erst richtig zu ahnen beginnt, wenn man einmal hier war.
Ich möchte nachträglich auch kurz auf das Thema der Vorträge eingehen. Bruder Wladimir Pashkov SJ sprach über ein aktuelles Thema - in unserer Diözese mehr als in den anderen drei katholischen Bistümern Russlands - über den Islam. Bereits wenn man das Wort auf dem Hintergrund unseres "Jahres des gottgeweihten Lebens" übersetzt (Unterwerfung unter Gott, völlige Hingabe), werden Interesse und erste Fragen wach. Bruder Wladimir hat den Islam studiert und in verschiedenen Ländern, in denen er als Religion dominiert, gelebt. Wie wichtig das gegenseitige Verstehen für den Dialog und damit das Leben auf unserem einen Planeten ist, wurde sehr deutlich.