Mittwoch, 4. März 2015

Caritas, Ordensschwestern, Pfarrgemeinden - ein Mittwoch in Saratow

Mittwochs ist immer früh heilige Messe in unserer Kathedrale. Gleich im Anschluss daran, hatte ich mich mit unserer Caritasdirektorin Oksana zur Dienstbesprechung verabredet, direkt dort in der Pfarrei. Dass sich das Treffen wegen der nicht einfachen Themen, über fast zwei Stunden hinzog, war nicht geplant. Zeit zu einem schließlich nur noch ganz kleinen Frühstück ergab sich erst kurz vor dem Mittagessen. Das aber war ein besonderes: Schwester Maria-Lena war unlängst von einem zweimonatigen Heimaturlaub in Mexiko zurückgekommen. (Die Schwestern fahren nur aller 5 Jahre nach Hause.) Jedem der Priester in Saratow und Marx hatte sie ein kleines Geschenk mitgebracht. Darum hatte sie heute zum Mittag eingeladen. Beim Blick aus dem Fenster der Schwesternwohnung stellte ich fest, wie am Haus gegenüber, trotz allgemeiner Krise, weitergebaut wird, (Foto). Junger Männer waren da gerade an einer frisch gegossenen Hauswand am Klettern, ohne Seil und Netz, im 9. Stock. Ehrlich gesagt: Lange habe ich nicht zuschauen können. 
Der restliche Arbeitstag war ebenfalls für eine Besprechung reserviert. Da ging es mit dem Generalvikar und Pater Bosco um die bevorstehenden Gemeindevisitationen im Bistum. Wie macht man es richtig, wenn diese in ihrer Art nur aller 5 Jahre stattfindenden Besuche der Einheit und der Gemeindeerneuerung dienen sollen? Wie "visitieren", ohne eine "Kontrolle" daraus zu machen? Wie helfen, transparent zu sein, selbst wenn es keiner verlangt, einfach der Echtheit zuliebe? ... Seit ich Bischof bin, gab es bereits zwei solche Visitationen der Pfarreien im ganzen Bistum. Jetzt möchte ich aus der eigenen Erfahrung und der Erfahrung anderer lernen, bevor es weitergeht.