Sonntag, 15. März 2015

Hofbauer und Hausbesuche

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass der heilige Clemens Maria Hofbauer maßgeblich für die Einführung der pastoralen Praxis von sogenannten Hausbesuche verantwortlich war. Gemeindemitglieder besuchen, da wo sie leben, um sie besser zu verstehen, aber auch um ihnen die Zuneigung des Herrn auf sehr persönliche Weise "nahezubringen", das war eine der Seelsorgemethoden des heutigen Tagespatrons*. In der ehemaligen DDR, wie wahrscheinlich überall dort, wo Kirche in der Diaspora lebt, sind wir damit aufgewachsen. Erst, als ich unter Seelsorgern verschiedener Länder und Kulturkreise zu leben begann, bemerkete ich, dass Hausbesuche nichts Selbstverständliches sein müssen. Eigentlich zufällig, hatte ich schon lange für heute Nachmittag meinen Besuch bei einer jungen Familie zugesagt, deren Mutter ich aus der Zeit kenne, als sie so alt war, wie ihre kleinste Tochter jetzt ist. Damals war sie mit ihren Eltern und Geschwistern als Flüchtlingskind aus dem Bürgerkrieg in Tadschikistan nach Russland gekommen. Der junge Vater mußte heute leider arbeiten. - Andererseits freuen wir uns alle, dass er Arbeit hat. Zwar ist die Pfarrgemeinde in Marx heute klein im Vergleich zu den Zahlen noch Mitte der 90-er Jahre, aber wir haben junge Familien, die es ernst nehmen mit Glaube und Kirche. - "Laetare", freut euch mit ... uns. 

* Von Liturgisten bekomme ich dafür eins drüber. Heute ist Sonntag. Da gibt es keine Heiligenverehrung im liturgischen Kalender.