Freitag, 3. April 2015

Ein Osterbrot für die Armen

Ausgerechnet heute, am Karfreitag, musst ich zur polizeilichen Meldestelle. Ich befürchtete langes Anstehen usw. usf. Das Gegenteil war der Fall: Schnell und freundlich wurden wir abgefertigt. Meinem Generalvkar, Pater Jaroslaw Mitrzak, wurde die Aufenthaltsgenehmigung bis 2019 verlängert. Darum musste er auch neu polizeilich angemeldet werden. Weil er bei mir wohnt, musste ich mit. Gleich anschließend fuhr er auf eine der Außenstationen (280 km), wo er heute und morgen die Gottesdienste feiert, einschließlich Osternacht.
Ich schaute noch kurz bei den Schwestern in Marx vorbei. Dort wurde u.a. gebacken. Jedes Jahr backen die Schwestern eine große Menge Osterbrote ("Kulitschi"), die sie in der Osternacht verschenken, besonders an die Armen in der Gemeinde. Es ging still zu in der Klosterküche. Deutlich war zu spüren, dass sich der Karfreitag bei den Schwestern nicht auf strenges Fasten und Teilnahme an der Liturgie beschränkt. Der Tod Jesu hat etwas mit ihrem Leben zu tun. 
Weil heute Arbeitstag in Russland ist, feiern wir die Karfreitagsliturgie erst am Abend in unseren Kirchen. Jene, die schon mittags frei sind, kommen zum letzten Kreuzweg-Gebet in der zu Ende gehenden Fastenzeit. Somit haben auch die Stunden zwischen 12.00 und 15.00 Uhr ihren eigenen Charakter.