Donnerstag, 2. April 2015

Johannesevangelium 13, 15

Es war weder geübt noch geplant. Ich wollte im letzten Moment nicht nachfragen, warum in diesem Jahr keine 12 Männer aus der Pfarrgemeinde gebeten wurden, sich für die Fusswaschung in der Gründonnerstagsliturgie bereitzuhalten. Mit Müh und Not bettelten die Ministranten vor der Messe sechs Männer zusammen. Als ich dann nach der Predigt das Messgewand ablegte und den Wasserkrug ergriff, kamen erst einer, dann immer mehr Männer nach vorn. Im Nu waren es zwölf, wie die Apostel im Johannesevangelium. 
Gestern hatte ich Begegnungen mit dem Herrn gewünscht. Fast hätte ich es voraussagen können: Zu den schönsten Christus-Begegnungen kam es in den Beichten. Wir alle vier Priester, die an der Eucharistiefeier teilgenommen hatten, boten während der sich anschließenden Ölbergsstunde das Bußsakrament an. Die Stunde war trotzdem fast zu wenig, um allen, die es wünschten, das Sakrament der Versöhnung zu spenden. Man nennt uns Beichtväter; -brüder würde vielleicht besser passen? - Freunde? Oder gar - Knechte? Was hat Jesus da gleich gesagt, als er damit fertig war, den Jüngeren die Füße zu waschen?