Sonntag, 24. Mai 2015

Zur gestrigen Firmung in Dingolfing

(Foto: Homepage der Pfarrei St. Josef, Dingolfing)
Ich habe nicht mitgezählt, aber es sollen wohl 95 Firmlinge gewesen sein, gestern in Dingolfing. Eine schöne Feier, schon wegen der schlichten, aber großen und hellen Pfarrkirche Sankt Josef. Auch aus der Nachbarpfarrei Gottfrieding waren Firmlinge dabei. Ich wurde von Kindern des katholischen Kindergartens begrüßt. Und am Ende bekam ich einen ganz kleinen, aber echten Ölbaum geschenkt. Während der Liturgie sang ein Kinderchor. Mit mir am Altar standen vier Priester und zwei Diakone. All das mag in Deutschland üblich sein, wenn ein Bischof zur Firmung kommt. 
Mehr noch bin ich dankbar für die Einladung des Pfarrers, hinter der ja auch ein konkretes Interesse - bzw. ein konkreter Grund - stand: Dort in Dingolfing leben deutsche Auswanderer aus Russland, und nicht irgendwelche, sondern solche, die ich kenne, aus Marx und Raskatowo, wo ich in den Neunzigern Pfarrer sein durfte. Ich habe mich sehr gefreut, "meine" Leute wiederzusehen. Und ich freute mich zu sehen, wie sich nicht wenige von ihnen Mühe geben, was Fragen des Glaubens und des Lebens in der Kirche betrifft. Ehrlich gesagt, ich würde gern noch einmal zu ihnen fahren, in Ruhe, bald.
Es war erst zum zweiten Mal in meinen 17 Bischofsjahren, dass ich im Ausland firmte. Es gehört schließlich nicht zu meinen Aufgaben. Ich mußte mir vorher die kleine Formel in deutscher Sprache "N., sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist" neu einprägen. Aber, wie gesagt, es gab ja einen Grund.