Dienstag, 21. Juli 2015

Abendschule

Die Dienstbesprechung am Vormittag fand in "großer Besetzung" statt: Caritasdirektorin und Ordensschwestern, Generalvikar und ich hatten sich um einen Tisch versammelt. Thema war der bevorstehende Kauf von Büroräumen, hauptsächlich für die Caritas, "nebensächlich" auch für mich und meine Mitarbeiter. Auch im weiteren Tagesverlauf ließ uns das Thema nicht los. Noch am Abend kam eine unerwartete Neuigkeit hinzu, die so ziemlich alles Vorherige über den Haufen zu werfen schien. Es wird jetzt zu lang hier. Später, wenn alles entschieden und erledigt ist, komme ich darauf zurück. Ansonsten: Post, Telefon, ... Vorbereitungen auf die Wahl des Priesterrats waren dran. Zur Abendmesse fuhr ich in die Kathedrale, wo sich ein in letzter Zeit ziemlich fester Stamm von Wochentagsgemeinde versammelt. - Alle im arbeitsfähigen Alter. 
Und dann - die besagte Abendschule. Ich hatte versprochen, ein wenig mitzuhelfen bei der Vorbereitung auf den Tag der ewigen Gelübde von Schwester Svetlana. Nein, es geht nicht um Vorbereitung auf einen bestimmten Tag. Die Monate vor den ewigen Gelübden nennen die Schwestern inoffiziell auch das "schwarze Noviziat", doch wohl wegen des schon schwarzen Schleiers, den sie tragen, im Gegensatz zum früheren, eigentlichen Noviziat, während dessen man die Novizinnen am weißen Schleier erkennen konnte. Die Hilfe, um die ich gebeten wurde, besteht in einer Art Unterricht - Privatstunden. Tagsüber ist keine Zeit dafür. Als Grundlage dient uns die Regel des heiligen Benedikt, die interessanter Weise bis heute nicht ins Russische übersetzt wurde, abgesehen von einer 100 Jahre alten, in vielem ungenauen Übersetzung. Heute haben wir erst einmal weit ausgeholt und versucht, die Bedeutung Benedikts für Europa und die Kirche zu erspüren. Ganz ohne Grund hat sich doch auch Joseph Ratzinger den Namen nicht ausgesucht, als er Papst wurde. Schwester Svetlana spielt Orgel in unserer Kathedrale, teil sich mit Schwester Rosa ins Kochen für meine Gäste und mich, und sie absolviert zurzeit ein Fernstudium in Pädagogik. Fast nebenbei hat sie mit Kindern und Jugendlichen eine neue CD mit 27 russischen Weihnachtsliedern aufgenommen, die man wahrscheinlich ab Herbst über den Caritasverband in Osnabrück oder den Sankt Clemens Verein gegen eine Spende beziehen kann.