Dienstag, 11. August 2015

Heilige Klara - o.p.n.

Blick aus dem Fenster des "Klarissenklosters" in Saratow
Wir feiern das Fest der heiligen Klara von Assisi. In der Morgenmesse in Marx, die ich mit Pater Wladyslaw Kloc SDB feierte, kam das in Gebet und Predigt zur Sprache. Pater Wladyslaw hatte während des Jugendtages die Vertretung in Marx übernommen. Heute Abend fährt der 76-Jährige heim nach Rostow am Don. 22 Stunden wird der Bahnreise dauern! Der Ordensmann, der u.a. 14 Jahre in Afrika als Seelsorger tätig war (und inzwischen 19 Jahre bei uns lebt), hat sich die billigste Fahrkarte gekauft, obere Liege am Gang in einem 50-Plätze-Wagon. Die heilige Klara, der sehr viel am "Armutszeugnis" lag, möge es ihm vergelten. Mittags besuchten wir unsere Klarissen, die heute natürlich ein besonderes Fest feiern. Von deren Fenster in der 12. Etage hat man immer wieder einen wunderschönen Blick auf Wolga und Stadt, unter anderem auf unsere Kathedrale (heute nur ganz klein im Bild), aber auch auf die Bank, die uns gestern und heute Kopfzerbrechen bereitet, weil dort unser Bistumskonto eingerichtet ist. Die Bank hat plötzlich Probleme mit der sogenannten Liquidität, was natürlich ein schlechtes Zeichen ist. - Will uns die heilige Klara da auf die Probe stellen? Unter den Ordensschwestern im Bistum haben wir eine (einzige) Schwester Clara. Sie stammt aus Mexiko und lebt in Pyatigorsk. Ab übermorgen hält sie ein Glaubenswochenende für ausländische Studenten in Wolgograd. Sie hatte mich eingeladen. Das Wochenende ist bei mir jedoch längst ausgebucht gewesen: Patronatsfest und Erwachsenentaufen in Astrachan.

(O.p.n. ist eine lateinische Abkürzung: "Ora pro nobis" - "Bitte für uns". Unsere Klarissen in Saratow sind eine Ordensgemeinschaft, die aus dem Orden der heiligen Klara entstand ist und die Bezeichnung MCSS - Missionarinnen Clarissen vom Allerheiligsten Sakrament - trägt.)