Mittwoch, 12. August 2015

Hochsommerlicher Mittwoch

Heute Abend erwarten wir in Marx und Saratow vier Kleinbusse voller Jugendlicher vom VII. Russischen Jugendtag aus Novosibirsk zurück Einer der Fahrer ist der Pfarrer von Marx, den ich heute vertreten durfte. Als ich 1998 zum Bischof geweiht wurde, suchte ich anschließend noch zwei Jahre lang nach einem neuen Pfarrer für Marx, der meine Stelle übernahm. Dementsprechend war ich täglich bis 15.00 Uhr Bischof in Saratow und anschließend, bis spät in die Abende hinein - Pfarrer in Marx. 
Am heutigen Morgen kam es zu einer kurzen Begegnung mit unseren "Klosterbauern", die diesmal nicht bauen sondern ausbessern und reparieren. Wir sind ihnen sehr dankbar für diese absolut unentgeltliche Hilfe, die sie uns in ihrer freien Zeit leisten, fast jedes Jahr ein bis zwei Wochen.
Weil es im Stadtteil, in dem sich unsere Kirche, Pfarrhaus und Kloster befinden, noch keine Kanalisation für das Abwasser gibt, werden überall ständig Gruben abgepumpt. Dass da ein Drei-Kammer-System (Foto links unten) sinnvoll ist, können sich die vorstellen, die so etwas kennen. Hier kennt es fast keiner. 
Vom Büro, in dem sich der Hauptteil meines Arbeitstages abspielt, fällt es nicht so leicht zu erzählen. Eins vielleicht: In der Post fand ich eine Beurteilung, die ein Pfarrer geschrieben hat, weil ein Jugendlicher aus seiner Pfarrgemeinde ins Priesterseminar gehen möchte. Auch mir ist jener junge Mann (23) seit ein paar Jahren bekannt. Er hat jetzt ein Studium abgeschlossen. Wer Hände hat, der bete! (Nein, ein Herz braucht man dafür.)