Samstag, 15. August 2015

Mariä Himmelfahrt in Astrachan

Sand und vertrocknetes Gras prägten immer mehr das Landschaftsbild auf meiner 12-stündigen Bahnfahrt nach Süden. 6.05 Uhr erreichte ich Astrachan. Sonne und wolkenloser Himmel kündigten einen schwühl-heißen Tag an. Auch der Kustos der hiesigen Franziskaner (OFM conv.) ist zum Patronatsfest gekommen. Das alte Pfarrzentrum ist immer noch Großbaustelle. Wir wohnen deshalb mitten in einem Marktviertel, in dem man sich wie in einem der mittelasiatischen moslemischen Länder fühlt. Fast alle Einwohner und Händler hier stammen aus dem nahegelegen Dagestan. Feierliches Morgengebet in der Kirche und ein Rundgang am Bau bildeten den Anfang meines Besuchs. Zum Mittagessen erwarten wir einen armenischen und einen orthodoxen Priester, die scheinbar mit unseren Franziskanern befreundet sind.

Fortsetzung, 21:45 Uhr. Es war mehr als eine mitbrüderliche Begegnung beim Mittagessen. Wir haben gemeinsam gebetet, nicht nur bei Tisch. Vor der Kirche machten wir ein Foto mit drei Konfessionen: Armenier, Katholiken, Orthodoxe - wie in der Grabeskirche in Jerusalem. Man spürt dem Bild die Astrachaner Hitze an, scheint mir. Zur Messe blieben zwei orthodoxe Priester. Ich taufte zwei Erwachsene, die dann auch die Sakramente der Firmung und der Eucharistie empfingen. Auch eine eucharistische Prozession um die große Kirche gehörte zum Hochfest. Hinter der Kirche war anschließend ein langer Tisch gedeckt. Hauptgericht waren die berühmten Astrachaner Melonen. Es fand sich Zeit, mit den meisten ein Wort zu wechseln, bevor es schnell dunkel wurde.