Sonntag, 23. August 2015

Mein erster und einziger Sonntag in Tansania

Die Sonntagsmesse in der Heimatpfarrei unseres ehemaligen Saratower Studenten begann um 7.00 Uhr. Als wir in die Sakristei zurückkehrten, waren zweieinhalb Stunden vergangen. Dass der Chor singt und tanzt, war mir heute nicht mehr neu. Wie aber die Kinder in den vordersten Bänken tanzten und nicht müde wurden, wie sie sich freuten, das - muß ich ehrlich sagen - war bis ans Herz rührend. Es sind durchweg arme Leute, die hier in St. Jakobus zur Kirche kommen. Für heute hatten sich alle besonders schön gemacht. - Sonntag. Es müssen 300 oder mehr Menschen gewesen sein, zu dieser Morgenstunde. Die meisten standen im Freien, auf den kürzlich dazugekauften Grundstücken, denn die Gemeinde wächst. Sie träumen von einer größeren Kirche. Dem Chor schenkte ich eine neue CD mit Weihnachtsliedern der Kinder aus Marx und Saratow. Für alle anderen gab es Bildchen, was sich niemand entgehen ließ. Aus einem folgenden Treffen mit Freunden der Fokolare-Gemeinschaft in einem anderen Stadtteil, wurde eine zweite Sonntagsmesse. Ich hatte falsch verstanden, als mir der Plan vorher erklärt wurde. Danach gab es dort Essen, Lieder und Gespräche. Der Nachmittag war für einen Ausflug zu dem Platz am Meer reserviert, wo ein Kreuz die Stelle markiert, an der einst die ersten christlichen Missionare Ostafrikas an Land gingen, (Foto). Auf der Rückfahrt wurde es schnell dunkel, und (wie an jedem der Abende hier) die fremden Sterne des südlichen Sternhimmels begannen zu leuchten.