Dienstag, 22. September 2015

Interview nach Feierabend

In der katholischen Kirche (große Ruine, linke Bildhälfte)
von Mariental fanden bis zu 1000 Gläubige Platz.
Das, was man in der Umgangssprache Arbeitstag nennt, war heute nicht mit Büroschluss zu Ende. Schwester Lena aus Tuapse am Schwarzen Meer, war eine der Teilnehmerinnen des theologischen Kurses in Marx. Sie ist gleichzeitig Redakteurin unserer Bistumszeitschrift. Weil ihr Zug nach Hause morgen früh fährt, kam sie schon am Abend bis nach Saratow. Sie bat um ein Interview für die Dezemberausgabe, auf das ich mich vorbereiten wollte. Es ging um das Dorf Mariental, hier in der Nähe, in dem sich vor 85 Jahren, entsprechend den Erinnerungen einer Augenzeugin, Schreckliches zugetragen haben muss. Dennoch versuchte ich den Akzent auf den Charakter jener Frau zu legen: Maria Haas, eine unverbitterte, zufriedene, ja gütige, blinde Frau, der ich noch drei Monate vor ihrem Tod (2012) begegnen durfte. Viele Fakten aus der damaligen Zeit und speziell über Mariental, hat auch der "Historische Forschungsverein der Deutschen aus Russland e.V." zusammengetragen, dem ich für seine alljährlichen Veröffentlichungen sehr dankbar bin.
Vergessen Sie nicht den Mausklick auf's Bild. Das vermittelt einen Eindruck von Mariental (inzwischen: Sovjetskoje) heute. Nur ein kleiner Rest des einst 10.000-Seelen-Dorfes ist übrig geblieben.