Mittwoch, 25. November 2015

Vom Wunsch, Gott zu begegnen

Die anfängliche Bezeichnung "Haus der Stille" hat sich am häufigsten bei den Leuten eingeprägt, obwohl das Haus neben dem Kloster in Marx einen Namen hat, nämlich "Getsemani". Von dort kam die Idee, und von dort kommt ein Stein, der im Kreuz der Hauskapelle verarbeitet ist. Über 10 voneinander unabhängige Einsiedeleien gibt es dort im Garten Getsemani, am Fuße des Ölbergs in Jerusalem. Unsere Schwestern nennen das Haus einfach "die Wüste". (In den Büchern mancher sogenannter "kleiner Propheten" lesen wir von Gott, der seine Braut - sein Volk - in die Wüste lockt. Vom hl. Antonius in Ägypten wissen wir, dass er in die Wüste zog, um Gott zu begegnen. Es gibt eine ganze Reihe sogenannter "Wüstenväter"...)
Wenn es also in diesem Haus still ist, dann muss das nicht heissen, dass da keiner wäre, der darin wohnt, so wie auch dieser Tage: Den kleinen Exerzitienkurs seit vorgestern, begleite ich jeweils morgens und abends, vor und nach der Arbeit in Saratow, über die es nicht jeden Tag Interessantes zu berichten gibt. All die andere Zeit verbringen die Teilnehmerinnen - wie die Einsiedler im Garten Getsemani - allein mit sich und dem Herrn.