Sonntag, 29. November 2015

Die Kirche in Sorkino

Weil ich noch bis morgen abend Exerzitien in Marx begleite, hatte ich heute einen ruhigen, reisefreien ersten Adventssonntag. Erzählen möchte ich vom Kurzausflug am Nachmittag, zu dem ich Schwestern einlud, die weder an den Exerzitien teilnehmen, noch den Pfarrer zur Außenstation begleiteten oder über den Büchern ihres Fernstudiums saßen. Wir fuhren wolgaaufwärts, ins 40 km entfernte Sorkino, ein Dorf, das 1767 unter dem Namen Zürich von Wolgadeutschen gegründet worden war. Es war ein evangelisches Dorf, bis praktisch alle seine Bewohner im Jahre 1941 deportiert wurden. Die Kirche wurde zum "Klub" umfunktioniert. An Neujahr 1992 (oder 93, ich bin mir nicht sicher) brannte sie ab. Vor zwei Jahren hat sich ein wohlhabender Mann aus dem Gebiet Belgorod daran gemacht, die Kirche von Grund auf zu restaurieren. Seine Eltern stammten aus diesem Zürich. Auch wollte er der deutschen Kultur an der Wolga ein Denkmal setzen. Es ist derzeit die einzige komplett wiedererrichtete Kirche der Wolgadeutschen. Eine Pfarrgemeinde gibt es hier nicht. Die Kirche dient als Museum. Dennoch, so habe ich heute gelesen, kommt nun allsonntäglich der evangelische Pastor aus Marx hier hinaus zu einem Gottesdienst. Neben der Kirche gibt es jetzt ein Gästehaus mit 12 Zimmern. Alles andere im Dorf döst weiterhin vor sich hin.
Übrigens ist auch das Material für den Bistumskalender fertig. Morgen kann ich alles abgeben. Hoffen wir, dass die Zeit noch reicht, um ihn auch pünktlich versenden zu können.