Samstag, 21. November 2015

Vorbereitung auf den Sonntag

Der morgige Sonntag ist kein gewöhnlicher. Den letzten Sonntag im Kirchenjahr (vor dem 1. Adventssonntag) nennen wir Christkönigsfest. Noch ist dieser Brauch keine 100 Jahre alt. Im Heiligen Jahr 1925 wurde es erstmals gefeiert. Das hatte etwas mit dem Konzil von Nicäa und seiner 1600-Jahr-Feier zu tun. Interessant scheint aber auch, dass das Fest entstand, als in verschiedenen Regionen Europas endgültig Schluss war mit Kaisern und Königen, so in Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland. Sicher entstand die Feier nicht aus nostalgischen Gefühlen, sondern im Sinne von Orientierung und Halt, Vertrauen und Bekenntnis. 
Ich freue mich jedesmal, wenn ich die Christus-König-Kirche in Thuine (Foto) besuchen kann, die schon vier Jahre nach Einführung des Festes erbaut wurde, (im Geburtsjahr meiner Mutter). Das 8 Meter hohe Mosaik an der Altarwand grüßt seitdem die Kirchenbesucher mit einer Leuchtkraft, die zu Herzen geht, wenn man sich nur Zeit zum Schauen und Stillwerden nimmt. Als Einführung in den morgigen Tag könnte ein Rundgang durch die Klosterkirche der Franziskanerinnen von Thuine dienen. 
Für uns hier in Südrussland hat des Christkönigsfest natürlich noch eine andere, ganz speziell Bedeutung: Vor nun inzwischen 22 Jahren wurde an jenem Tag in Marx an der Wolga die erste neuerbaute katholische Kirche in Russland seit 1917 geweiht, und zwar auf den Titel "Christus König". Darum werden wir morgen in Marx Patronats- und Kirchweihfest feiern. Christus, der König, möge die lebendige Mitte unseres religiösen Lebens sein, sowohl im Allgemeinen, als auch in den Herzen. Kyrie - eleison.