Dienstag, 19. Januar 2016

Abschiedsbesuch am Abend

Gerade mal 17 Monate ist es her, dass der Kapuzinerpater Pawel seinen Antrittsbesuch bei mir gemacht hat. Er war aus Polen in die Gemeinschaft seiner Ordensbrüder in Woronezh gekommen. Sein Talent für Foto, Video und Medien fiel sofort auf. Im Sommer leitete er einen Kurs für Jugendliche mit ähnlichen Ambitionen, damit sie sich in ihren Diözesen nützlich machen könnten. Pater Pawel fügte sich gut in die Gemeinschaft, die Pfarrei und das Bistum ein. (Für uns) leider ist sein Ordensgeneral auf ihn aufmerksam geworden. Zuerst rief er ihn für einen Monat nach Rom. Nun soll er ganz dorthin wechseln. Der Grund in der Zusammenfassung klingt so aus dem Mund von Pater Pawel: "Information und Formation haben miteinander zu tun. Darum will mich der General dort in Rom haben." Pater Pawel wird viel unterwegs sein, auf der ganzen Welt, dort, wo es Kapuziner gibt. Er kam mit dem Auto, um sich bei mir zu verabschieden, um sich zu bedanken, und um mir einige Tipps zu geben, wie er es nannte. "Möge ihn der Stress an der neuen Stelle nicht besiegen", gab ich ihm mit auf den Weg. Wir saßen noch bis spät abends in meiner Wohnung zusammen. Nun übernachtet Pater Pawel noch hier in Saratow, bevor er morgen die mehr als 500 km zurück nach Woronezh fährt, hoffentlich bei besserem Wetter als heute. Im Blick auf die vier weit auseinander liegenden Gemeinden, die die Woronezher Kapuziner betreuen (Woronezh, Beolgorad, Kalitva und Lipezk) und besorgt um seine beiden Mitbrüder, die es nun schwer mit dem Umfang der Seelsorge haben würden, scheint Pater Pawel mit seinem Generaloberen "gehandelt" zu haben: An seine Stelle kommen zwei neue Mitbrüder: ein Pater und ein Bruder.