Sonntag, 24. Januar 2016

Am Sonntag treffen sich alle


Wie ein kleines Schiff im Häusermeer der Großstadt, liegt unsere Kathedrale an einer deren leider zu schmalen Verkehrsadern, parallel zur Wolga. Es kommt nicht so oft vor, dass ich den Sonntagsgottesdienst hier feiere, heute aber, war es so. Seit längerer Zeit beobachte ich, dass die Kirche sonntags zu klein ist. An eine zweite Sonntagsmesse zu denken ist schwierig, weil der Pfarrer sowieso am Nachmittag 200 km bis Außenstation nach Kamyshin zur Messe fährt, Landstraße, bei jedem Wetter - 3 Stunden hin, 3 Stunden dort, 3 Stunden zurück. Regelmäßig auf den Generalvikar oder mich zu hoffen, ist unrealistisch. An einen Kaplan ist derzeit leider auch nicht zu denken. Direkt am Anschluss an die Sonntagsmesse versammeln sich in den Räumen der Pfarrei, (wie auch in vielen anderen Pfarreien,) verschiedenste Gruppen, u.a. ausländische Studenten, Pfarrjugend, Kinder, aber auch eine sechs-köpfige Gruppe Erwachsener, die sich auf den Empfang der Sakramente vorbereiten. Eben dahin war ich heute eingeladen. Es war eine wohltuende Begegnung. Das ernsthafte Interesse der Männer und Frauen an Glaube und Kirche war herauszuhören, aber auch die einfühlsame Führung der Gruppe durch Schwester Rosa. Statt um 12.00 Uhr, schlossen wir das Treffen mit 45 Minuten Verspätung. Ich verpasste einen Termin, den wir aber im Nachhinein gut auf morgen verschieben konnten. Zum Mittagessen bei den Missionsklarissen war ich wieder pünktlich. Dort war dann auch endlich einmal Zeit, den Fotoapparat aus der Tasche zu ziehen, zum "Rückblick" auf die Kathedrale und den wirklich sonntäglichen Vormittag.