Samstag, 30. Januar 2016

Die Astrachaner - zum Beispiel


Marx, der Austragungsort der nun Bistumsgeschichte gewordenen Konferenz, hat keinen Bahnanschluss. Jene, die nicht mit dem Auto gekommen waren, und das waren die meisten, brauchten einen Transfer für die 60 km von Saratow in die Kleinstadt und zurück. Es gibt glücklicherweise inzwischen Kleinbusse - sogar sehr gute, die aller 20 Minuten abfahren, sowohl in Saratow, als auch in Marx, von früh bis abend. Grüppchenweise oder einzeln machten sich heute morgen die Teilnehmerinnen (und die zwei Teilnehmer - Brüder aus Alexejewka) auf den Heimweg. Die Schwestern aus Astrachan, zum Beispiel, nahmen den Kleinbus um 10.05 Uhr, (Fotos oben). Ich hatte sie zur Haltestelle begleitet, war aber schon wieder in der Pfarrei, als dieser dann an unserem Grundstück vorbeifuhr. Kurz darauf kam ein Anruf aus dem Bus: die Armen hatten zwei Haustürschlüssel vergessen abzugeben. Nun wird sie in Saratow der Generalvikar beim Umsteigen am Bahnhof abpassen, um die Schlüssel zu nehmen. Bis Astrachan fährt ein Zug "durch". Ohne Umsteigen zu müssen, erreichen die fünf um Mitternacht ihr Ziel. Dort können sie morgen den Sonntag mit ihrer Pfarrgemeinde feiern, ich hoffe, mit der Freude, die uns der Herr in den vergangenen Tagen beim Abschluss des "Jahres des gottgeweihten Lebens" in Marx geschenkt hat. 
"Alexejewka" (820 km), "Taganrog" (1.000 km) und "Wolgograd" (480 km) sind im Auto unterwegs nach Hause. Mal sehen, ob sie eine SMS schicken, wenn sie zu Hause ankommen, auch wenn es schon Nacht sein wird. Ich werde warten. (P.S. Am Abend: Alle Autofahrerinnen sind daheim und haben geschrieben; nur manche Bahnfahrerinnen kommen erst morgen nachmittag zu Hause an.) Es war ein sehr schönes Treffen, das wir dem verdanken, der beruft, sich ihm zu schenken - ihm sein Leben zu widmen, zu weihen... Dankbar wollen und müssen wir aber auch allen sein, die uns im Laufe der Zeit geholfen haben, einen solchen Ort an der Wolga zu schaffen, an dem das alles möglich ist (Foto unten). Und dankbar müssen wir dem Pfarrer und ganz besonders den Schwestern sein, die uns aufgenommen haben, mit allem, was dazugehört, (während sie sich nebenbei noch um die Familien im Krankenhaus kümmerten, die wegen der schweren Grippe dort liegen und um Medizin, Essen, Bettwäsche und noch ganz andere Dinge bitten).