Mittwoch, 6. Januar 2016

Dreikönigstag an der Wolga


Der Dreikönigstag gibt hier bei uns an der Wolga den Startschuss für die Haussegnungen am Jahresanfang. Am Ende des Gottesdienstes vom Hochfest der Erscheinung des Herrn werden Wasser, Kreide und Weihrauch gesegnet. Wer möchte, kann etwas davon mitnehmen und seine Wohnung selbst segnen: 20 C+M+B 16. Einer anderen Tradition entsprechend, kann, wer möchte, den Pfarrer zur Segnung in seine Wohnung einladen. Ich hatte das ein paar Jahre lang gemeinsam mit einer Kindergruppe (quasi "Sternsinger") getan, als ich noch Pfarrer war. In der Diaspora kann man sich das leisten. 
Weil in Russland noch bis kommenden Sonntag Neujahr (einschließlich Weihnachten - morgen am 7.1.) gefeiert wird, konnten wir heute damit rechnen, dass viele schon reichlich geschlafen haben. Die Festmesse in Marx war schon um 8.00 Uhr. Und die Leute kamen. Anschließend übernahm ich die Segnungen von Kloster und Pfarrhaus, am Mittag dann auch die der Schwesternwohnung im 12. Stock in Saratow. Dort gab es nach mexikanischer Tradition "Roska" - einen Kuchen, in dem kleine Figuren des Jesuskindes eingebacken sind. Wie ihn die Könige einst suchten, so sollten wir ihn auch heute wieder - in Form von Kuchen-Anschneiden - finden. Zum Brauch gehört, dass jene, die eine der Figuren "finden", für alle Teilnehmenden ein Mittagessen vorbereiten müssen, und zwar am Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmesse, 2. Februar).