Donnerstag, 21. Januar 2016

Es wurde Morgen - es wurde Abend - Donnerstag

Wenn es gestern 1000 kleine Dinge waren, die ich versuchte zu erledigen, dann waren es heute 2000, obwohl ich dabei kaum aus dem Haus ging: alles am Schreibtisch und uninteressant nachzuerzählen. Auf Briefe (meist E-Mails) habe ich geantwortet. Die Vorbereitungen zum Schwestern-Treffen unseres Bistums bekommen den letzten Schliff. 56 Anmeldungen liegen vor, und auch die Pastoralkonferenz im April war Thema meiner Korrespondenz. Ins Priesterseminar habe ich geschrieben, weil wir seit Jahren wieder einen jungen Mann haben, der dort in Sankt Petersburg studiert und ich in in der Karwoche einschließlich Ostern nach Saratow einladen möchte. Und nach Deutschland gingen ein paar Briefe, denn in der Mittagspause hatte ich ein wenig von der Weihnachtspost gelesen, die noch täglich ankommt.
Weil unser Saratower Pfarrer nicht sicher war, ob er es bis zum Abend von einer weit entlegenen Außenstation zurück in die Stadt schafft, hatte ich ihm versprochen, die Abendmesse zu übernehmen. Ich staunte, dass es an einem gewöhnlichen Wochentag so ungefähr 20 Gläubige waren, die in die Kirche kamen. Das ist viel für Saratow, auch wenn sich die Pfarrkirche Kathedrale nennt. Zufall? Jedenfalls war der Namenstag von Schwester Agnessa nicht der Grund. Der Ministrant kam mir bekannt vor. "Und doch ist er nicht aus Saratow", dachte ich im Stillen. Erst nach der Messe fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich habe ihn letztes Jahr gefirmt, in Nowopawlowsk! Er ist Assyrer und studiert jetzt Jura in Saratow. Um Mitternacht war ein Gast am Bahnhof abzuholen.