Sonntag, 14. Februar 2016

1. Fastensonntag im Jahr der Barmherzigkeit

Es war ein Sonntag wie im Urlaub, hätte ich beinahe gesagt, aber das ist mißverständlich. Ich meine: Alles war einfach, "wie zu Hause". Da für das Wochenende keine Reise geplant war, verbrachte ich es in der Pfarrei in Marx. Am Morgen habe ich die Gemeinde hoffentlich nicht mit der langen Predigt überfordert. Zum Beginn des weiten Weges durch die hier sogenannte große Fastenzeit, wollte ich jedem ein wenig "Arbeitsmaterial in den Koffer legen". Es ging um Verzeihen, Barmherzigkeit und die "Methoden" des Versuchers. Am Nachmittag einigten wir uns, einige Bekannte in verschiedenen Dörfern zu besuchen, die zurzeit in besonderer Not sind. Für zwei Familien luden die mitfahrenden Schwestern Säcke mit Kartoffeln ins Auto. Auch Kindernahrung und - mir scheint - Medizin waren im Gepäck. Die unverhofften Besuche brachten viel Freude. Auch die Witwe des unlängst Verstorbenen und am Donnerstag begrabenen Mannes besuchten wir. Sie ist jetzt zum ersten Mal allein im Haus. Gestern war die Tochter wieder abgereist. Und schließlich, auch im Gedenken an das schöne Treffen von Papst Franziskus und Patriarch Kyrill, schauten wir auf dem Rückweg während des Abendgebets in der orthodoxen Sankt-Andreas-Kirche vorbei, die in der gleichen Straße wie unsere Marxer Pfarrkirche steht.