Sonntag, 27. März 2016

Dreimal um die Kirche

Die Messe am Ostersonntag in Marx hat Tradition. Nach dem Triduum in Saratow (in diesem Jahr gabe es die Ausnahme mit Kamyshin), feiere ich die Liturgie am Ostersonntag regelmäßig in meiner ehemaligen Pfarrei. Die Messe beginnt mit einer Prozession: dreimal um die Kirche herum. - Ohne das ist für die Leute nicht richtig Ostern. Ich erinnere mich, dass auch bei schlechtem Wetter nicht auf die Prozession verzichtet wurde. Im Notfall wurde sie in der Kirche gehalten. Eine belebende Erfahrung, die ich auch gestern und heute wieder machen durfte, war es zu sehen, wie sich die Menschen an solchen Tagen freuen. Eine schön gestaltete Liturgie kommt dem natürlich ausgesprochen entgegen. Darum habe ich allen zu danken, die geholfen haben: beim Blumenschmuck, beim Gesang und Orgelspiel, beim Lesen, beim Beten u.v.m.
Am Nachmittag hatten mich Jugendliche zum Tee eingeladen. Ergebnis unserer Runde: Die bitten um Unterricht zu Themen des Glaubens. "Das interessiert mich", sagte eine Sechszehnjährige. Zur österlichen Vesper in die Kirche kam nicht mehr als eine Handvoll Laien, abgesehen von denen, die täglich das Stundengebet der Kirche beten. Einen freien Ostermontag gibt es in Russland nicht, ausgenommen für jene, die bei uns angestellt sind.