Montag, 28. März 2016

Emmaus an der Wolga

Er ist ein deutscher Brauch, wie mir scheint, der sogenannte "Emmausgang" am arbeitsfreien Ostermontag, an dem - in Deutschland - auch das entsprechende Evangelium in der Messe gelesen wird. Hier bei uns ist es, wie auch sonst auf der Welt, einfach der Montag in der Osteroktav. Und trotzdem haben wir auf die schöne Tradition zurückgegriffen und sind nach Zürich gefahren. Ja, richtig gehört, nach Zürich. Jedenfalls früher hieß das Dorf so - heute: Sorkino. Es war von evangelischen deutschen Einwanderern gegründert worden und hatte deshalb auch eine evangelische Kirche. Die wurde vor zwei Jahren von einem finanzkräftigen Sponsor wiedererrichtet. Mittags um 12.00 Uhr sangen und beteten wir heute dort. Und wir lasen den berühmten Abschnitt aus dem Lukassevangelium: "Brannte uns nicht das Herz, ...?" Zum Schluss übten und sangen wir das dreistimmige Halleluja von Mozart in der großen, schönen Kirche. Auch wir kehrten ein, wie die Emmausjünger. Gegenüber der Kirche gibt es eine Gasthaus, in dem wir für umgerechnet 2,74 Euro pro Person gut und reichlich zu essen bekamen. Wir waren 22 - ein heiteres Häuflein Priester und Schwestern aus Marx und Saratow. Ein Film über die Geschichte und den Wiederaufbau der Kirche war technisch und sachlich interessant. (Der Speisesaal des Gasthauses war mit dem nötigen Bildschirm ausgerüstet.) So hatte der Ausflug seinen geistlichen und seinen informativen Akzent.