Sonntag, 6. März 2016

Laetare in Kazan

Kazan ist eine besondere Stadt, nicht nur in unserem Bistum. Sie ist mit ihren 1000 Jahren deutlich älter als Moskau. Konfessionen und Religionen begegnen sich hier auf engstem Raum. Sie gehen sich nicht aus dem Wege und übersehen sich auch nicht gegenseitig, sondern scheinen ernsthaft um ein gutes Miteinander bemüht zu sein. Die Leute hier wollen nicht fort, nach Moskau, wie das vielerorts der Fall ist, jedenfalls nicht so häufig, wie in anderen Regionen. Kultur und Bildung haben ihren angesehenen Platz im Alltag der Millionenstadt. Viele haben Arbeit und verdienen nicht schlecht.
Hinzu kommt, wenn man unsere Pfarrgemeinde besucht, dass man einen deutlichen Entwicklungsprozess bemerkt. Über 20 Jahre systematischer Seelsorge, die ansprechend und genauso väterlichen wie brüderlich ist, haben die Gemeinde geformt. Dazu die wirklich schöne Kirche mit ihren vielen Details, die sie anziehend für Gläubige und Suchende machen!

An die 100 Gläubige, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, waren heute zur Messe in die Kazaner Heiligkreuzkirche gekommen. Unter ihnen, deutlich bemerkbar, ausländische Studenten und Familien. Schade (aber doch auch gut), dass fast niemand einen Fotoapparat dabei hatte. Da fast alle zum Kreuzweg nach der Sonntagsmesse blieben, dauerte die Liturgie insgesamt zwei Stunden und 15 Minuten. "Normal", sagten die Leute. Anschließend trafen wir uns im Gemeindesaal im Keller der Kirche. Auch davon gäbe es zu erzählen. Eine "schöne" Pfarrgemeinde!
Die abendlichen Bilder (oben) stammen vom Spaziergang mit Pater Diogenes, dem Pfarrer. Das war die einzige freie Zeit für ein persönliches Gespräch. Macht aber nichts. Wir haben uns in letzter Zeit öfters gesehen. Er ist mir ein guter Ratgeber.