Donnerstag, 10. März 2016

Moskau

Es ist Jahre her, dass wir vier Bischöfe der Katholischen Bischofskonferenz in Russland gemeinsam zu Gast in der Moskauer Nuntiatur waren. Der heutige Anlaß ist die Verabschiedung unseres bisherigen Nuntius, Erzbischofs Ivan Jurkovic, der als ständiger Beobachter des Vatikans zur UNO nach Genf geht. Gleichzeitig begannen wir die zweitägige Sitzung unserer Konferenz.

Hier in der Nuntiatur hatte ich am 8. März 1998 erfahren, dass ich zum Bischof ernannt werden soll. Damals fragte ich, ob es im Haus eine Kapelle gäbe. Für ein paar ("letzte") Minuten konnte ich mich dort verstecken. Dann forderte der damalige Nuntius mich auf, dem Heiligen Vater die Antwort zu schreiben.

Der Abschied endete mit einem Abendessen in der Nuntiatur. Zwei Stunden später traf ich den Rektor des (in Russland einzigen katholischen) Priesterseminars, mit dem ich mich vorgestern über drei Themen schriftlich austauschen wollte. Er bot an, besser zu sprechen als zu schreiben, und kam deshalb die 720 km von Sankt Petersburg mit der Bahn nach Moskau gefahren. Wir sprachen ausführlich. Ich bin dankbar und beschämt, dass er sich den weiten Weg wegen anderthalb Stunden Gespräch gemacht hat. Morgen früh fährt er zurück.